Freitagsgruß aus der Küche
Sommerliche Platten, Teil eins - mariniertes Ofengemüse
Am Montag kamen Freunde aus Deutschland. “Wir sind dann irgendwann zwischen vier und sechs da”, sagte Ben am Telefon. Sonst nichts. Kein Zeitpunkt fürs Essen, nur ein Fenster.
Dazu die Hitze, die seit Wochen nicht weicht.
Also keine einzelne Sache, die um sieben fertig sein muss. Sechs Platten. Alles, was kalt oder lauwarm steht und wartet, bis jemand Hunger hat.
Jeden Dienstag kulinarischer Klartext. Und freitags was aus der Küche.
Nach dem Frühstück stand ich in der Küche und fing an, Gemüse zu marinieren. Das war am Ende vielleicht das unscheinbarste Gericht auf dem Tisch. Aber für mich in der Küche das dankbarste: Auberginen, Zucchini und Paprika in den Ofen, ordentlich Hitze, danach noch warm in eine Marinade aus Olivenöl, Essig, Knoblauch und Thymian. Dann abkühlen lassen. Fertig.
Keine letzte Handbewegung um fünf vor sieben. Kein hektisches Abschmecken. Kein “Moment, ich muss noch schnell”.
Zucchini und Auberginen müssen dabei nicht nur weich werden. Sie brauchen Farbe. Braune Ränder, dunkle Stellen, ein bisschen Widerstand gegen die Angst vorm Anbrennen. Sonst schmecken Auberginen schnell nach warmem Küchenschwamm.
Die Marinade kommt dran, solange alles noch warm ist. Nicht erst Stunden später – warm nimmt das Gemüse Essig, Knoblauch und Öl an, kalt liegt die Marinade nur außen drauf, und innen bleibt alles ziemlich unbeeindruckt und schmeckt am Ende nach nichts.
Auberginen saufen erstaunliche Mengen Öl weg. Trotzdem sparsam bleiben, dünn einölen, heiß rösten, danach marinieren. Das reicht.
Mariniertes Ofengemüse
Für eine große Platte:
2 Auberginen
3 mittelgroße Zucchini
3 rote oder gelbe Paprika
2 Knoblauchzehen
6 EL Olivenöl
2 EL Rotweinessig
einige Zweige Thymian
Salz
schwarzer Pfeffer
1 TL Honig, falls der Essig sehr streng ist
Den Ofen auf 230 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Auberginen und Zucchini längs in dicke Scheiben schneiden. Die Paprika vierteln und entkernen. Das Gemüse dünn mit Olivenöl einreiben, salzen und auf Blechen verteilen. Möglichst nicht übereinanderlegen, ich habe drei Bleche nacheinander gemacht. Dann rösten, bis alles weich ist und deutlich Farbe bekommen hat. Die Zucchini ist meistens zuerst fertig. Auberginen und Paprika brauchen länger.
Für die Marinade Essig, fein gehackten Knoblauch, Thymian, Pfeffer und das restliche Olivenöl verrühren. Falls nötig, einen kleinen Löffel Honig dazugeben. Das noch warme Gemüse in der Marinade wenden.
Abkühlen lassen. Es kann einige Stunden im Kühlschrank stehen, muss aber rechtzeitig wieder raus. Das ist die erste von sechs Platten. Die anderen kommen die nächsten Freitage – auch die Hähnchenkeulen. Die waren nämlich trocken. Aber dazu ein anderes Mal.
Der Wein dazu
Zum gerösteten Gemüse passt ein Wein, der mit den Röstaromen klarkommt, aber nicht noch mehr Schwere auf den Tisch bringt: Olla Blanc 2024 von Matassa.
Tom Lubbe macht den Wein in Calce im Roussillon aus Macabeu und Muskateller. Die Trauben bleiben einige Tage auf den Schalen. Das gibt dem Wein etwas Griff und Würze, ohne dass daraus ein schwerer Orange Wine wird. Er ist frisch, leicht kräutrig, ein bisschen floral und hat genug Substanz für Aubergine, Paprika und Knoblauch.




Das ist mein absoluten Lieblingsgemüse! Könnte ich jeden Tag morgens, mittags und abends essen 🤭 Auf die Idee hat mich vor vielen Jahren ein Winzer an der Mosel gebracht, der Kulturveranstaltungen und Weinverkostungen macht, richtig besondere Weine. Ulrich Stein, Stein Weine. Bei einer rustikalen Verkostung gab es gegrilltes Gemüse, das er hinterher so mariniert hat, das gab es dann morgens zum Frühstück. Seitdem bin ich süchtig danach.
Lecker 😋. So ein mariniertes Gemüse mag ich besonders gern.